Dampfbad und Hamam: Entspannung auf orientalisch

In unseren Breiten ist die ursprünglich aus dem skandinavischen Raum stammende Sauna die wohl bekannteste Art des Dampfbades. Doch nicht nur die Skandinavier verstehen sich auf die alte Kunst, mittels Dampfbädern Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. Auch in den orientalischen Kulturkreisen gibt es eine vergleichbare Tradition: Den Hamam, gern auch das türkische Dampfbad genannt.

Wenngleich die erzielten Effekte und Wirkungsweisen des Hamams mit denen einer Sauna oder eines anderen Dampfbades vergleichbar sind, so zeigen sich doch deutliche Unterschiede aufgrund der abweichenden kulturellen Ursprünge. Entsprechend ist der Hamam auch für regelmäßige Saunagänger ein absolut neues und faszinierendes Erlebnis.

Entspannung im Dampfbad aus dem Orient

Der Hamam ist ein wichtiger Bestandteil der islamischen Badekultur. Gleichzeitig dient der Besuch des Hamams – früher wie heute – auch der Geselligkeit und dem sozialen Austausch, so wie er vor Jahrhunderten und Jahrtausenden bereits in der griechischen und römischen Badekultur geläufig war. Bis heute findet man den Hamam oder auch das türkische Dampfbad vorrangig in muslimisch geprägten Ländern, wobei sich diese Form des Dampfbades auch in unseren Breiten immer mehr etabliert.

Vielfältige Eigenheiten dieser Art des Dampfbades wurden bis heute beibehalten und gerade sie machen den besonderen Reiz aus. So ist das türkische Dampfbad in seiner öffentlichen Form in der Regel nach Geschlechtern getrennt, wobei entweder separate Räumlichkeiten je Geschlecht zur Verfügung stehen, bisweilen aber auch die Öffnungszeiten des Hamams für Damen und Herren variieren.

In modernen Hotelanlagen sowie Hamam-Interpretationen der westlichen Kultur gibt es auch die Möglichkeit für gemeinsame Besuche des Dampfbades. Auch wird im türkischen Dampfbad nicht allein der Körperreinigung durch das Schwitzen im Dampf des Bades nachgegangen. Zusätzlich wird in der Regel eine komplexe Vielfalt an Waschungen und Peelings, Behandlungen und Massagen angeboten, welche das Wohlbefinden nachhaltig steigern sollen. Entsprechend der islamischen Tradition wird auf Wunsch auch die Entfernung von Körperhaaren, die nach einigen Auslegungen des Korans verpflichtend ist, im Hamam vorgenommen.

Ein Besuch im Hamam

Der Besucher des Hamams betritt mit den Räumlichkeiten eine umfangreiche Wellness-Landschaft. Mittelpunkt des türkischen Dampfbades bildet dabei eine runde Liegefläche, die in der Regel aus Marmor besteht. Diese Liege wird Nabelstein genannt. Der Besucher wird vor dem Eintritt in den Hamam gebeten, sich seiner Kleidung zu entledigen und stattdessen ein Peştemal anzulegen, worunter man ein Handtuch versteht, das als Lendenschurz getragen wird.

Durch unterschiedliche Räume mit verschiedenen Temperaturen wird der Gast nun geleitet. Zumeist beginnen die Raumtemperaturen bei rund 50 Grad Celsius mit anschließendem Wechsel in den Warmluftraum bei ca. 40 Grad Celsius und in einen Ruheraum bei 30 Grad. Somit ist das Klima im Hamam deutlich milder als in der skandinavischen Sauna, wodurch es eine interessante Alternative für Menschen darstellt, die beispielsweise aufgrund des gravierenden Temperaturwechsel der normalen Dampfbäder eben jene nicht besuchen können.

Der Tellak (Bademeister des Dampfbades) bzw. bei Frauen die Natir übernimmt während des Besuchs im Hamam unterschiedlichste Waschungen mit kaltem und warmem Wasser aus den an der Wand befindlichen Wasserbecken, die auf Wunsch durch Massagen und Peelings auf dem Nabelstein ergänzt werden können. Auch weiterführende Dienstleistungen, wie die Entfernung von Körperhaaren im Bereich von Achseln und Scham können zumeist in Anspruch genommen werden.

Einflüsse des Hamams auf die Gesundheit

Wie auch andere Formen des Saunierens und Dampfbadens steigert der Besuch eines türkischen Dampfbades das subjektive Wohlbefinden eines Menschen. Die wechselnden Temperaturen in Kombination mit Massagen, reinigenden Peelings und anderen Behandlungsmethoden lindern und verhindern Muskelverspannungen und unterstützen die Durchblutung der Haut, während selbige von abgestorbenen Hautschuppen befreit wird. Hierdurch soll übrigens auch die Hautalterung verzögert werden können.

Grundlegend eignet sich der Besuch im Hamam für jeden Menschen, der auch das Saunieren genießt, ohne gesundheitliche Einschränkungen befürchten zu müssen. Nicht oder nur nach Rücksprache mit einem Arzt geeignet ist der Hamam für Menschen, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Thrombosen oder Krampfadern leiden oder mit akuten Infektionskrankheiten kämpfen. Auch bei Entzündungen (insbesondere der Haut und der oberen Atemwege) sollte auf den Besuch im Dampfbad verzichtet werden, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden.

Gesund durch Schwitzen: Ab in die Sauna!

Stressabbau trainieren

Die finnische Sauna, also der Wechselreiz zwischen heißer, trockener Saunaluft und nassem, kalten Wasser, bedeutet für den Körper puren Stress. Doch es ist positiver Stress, sofern wir unserem Körper die Möglichkeit zum Entspannen geben.

Nach jedem Saunagang sind deshalb ca. fünf Minuten Ruhe angesagt. “Vor allem nach dem letzten Saunagang sollte man seinem Körper mindestens fünf Minuten Ruhe gönnen, besser noch 20 Minuten”, rät Dr. Rainer Brenke, Chefarzt der Hufelandklinik Bad Ems. Nur so hat der Körper genug Zeit, die erlebten Wechselreize zu verarbeiten. Er ist zwar von Natur aus darauf eingerichtet, mit extremen Reizwechseln umzugehen, doch in der Alltagshektik geben wir ihm keine Zeit, darauf zu reagieren. Stress wird nicht abgebaut, die Folge: Verspannungen oder Kopfschmerzen. Die Sauna ordnet die durcheinander geratenen Regulationskreise des Körpers. “Langjährige Saunagänger können dank der blutdrucksenkenden und gefäßerweiternden Wirkung der Sauna besser mit Stresssituationen im Alltag umgehen”, sagt Dr. Brenke.

holzleiten-sauna-verteiler

FINNSAUNA IM SAUNAHAUS ca. 85°C – 95°C
Die FinnSauna ist mit Holz beheizt.

INFRAROT-SAUNA

Infrarot – Wärme – Oasen funktionieren nach dem natürlichen Prinzip der Wärmestrahlung mit einer maximalen Strahlungstemperatur von max. 65°C und sind in der Wirkungsweise ganz anders als Dampfbäder und Saunen. Beschwerden, die auf eine Behandlung mit Strahlungswärme besonders gut reagieren und deren Symptome gemildert werden können: Migräne, Muskelverspannungen, Zerrungen, Nervöse Spannungen, Rheuma, Schuppenflechte, Schlaflosigkeit, Neurodermitis, Ekzeme, Akne, Narbenschmerzen, Ischias, Arthritis, Rückenschmerzen, Asthma, Gelenkschmerzen, Allergien, Bronchitis, Cellulite, Aufwärmen vor Massagen, Gicht.

holzleiten-sauna

Keine kalten Hände mehr

Wer im Winter ständig unter kalten Händen und Füßen leidet, sollte es mal mit der Sauna ausprobieren. Denn sie verbessert die Hitze-Kälte-Toleranz unseres Körpers, d. h. wir werden besser mit Hitze und Kälte fertig. Ist es draußen kalt, werden Hände und Füße besser durchblutet und bei tropischer Hitze können Saunagänger schneller schwitzen. Kreislauf und Körper bleiben stabil, wir ertragen extreme Hitze besser. Allerdings sollte man nicht mit kalten Füßen in die Sauna gehen, sonst bleibt der Effekt aus. Tipp: Vor der Sauna ein warmes Fußbad nehmen.

Quelle